Plastic not always fantastic: Pro und Contra Silikon

Was haben deine Hautcreme oder dein Shampoo mit einer Backform gemeinsam? Richtig, alle drei enthalten Silikon. Silikon ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verbindungen aus Silizium und Sauerstoff. Je nachdem, in welchem anderen chemisch Gemisch diese Verbindung vorkommt, lassen sich die unterschiedlichsten Stoffe herstellen und Silikon kommt sowohl als Fugenfüller im Bad als auch als Inhaltsstoff in Hautcremes zum Einsatz. Doch gerade die Verwendung in der Kosmetikindustrie ist in letzter Zeit zunehmend in die Kritik geraten. Aber warum? In Shampoos glättet es die Haaroberfläche und reduziert so die sichtbaren Zeichen von Spliss, es bringt die Haare zum Glänzen und wirkt antistatisch. In Cremes bildet Silikon einen Film auf der Haut, der die Zellen vor Feuchtigkeitsverlust schützt und fungiert in Anti-Aging-Produkten als Falten-Filler. Das klingt alles prima. Woher hat Silikon also seinen schlechten Ruf?

In der Vergangenheit hat die Kosmetikindustrie in Shampoos vor allem nicht-wasserlösliche Silikone verwendet, die Rückstände im Haar hinterlassen haben. Dadurch wirkt das Haar auf Dauer schlaff, strähnig und lässt sich nicht mehr gut stylen. Mittlerweile werden wasserlösliche Silikone verwendet, die gezielt an den geschädigten Haarstellen „andocken“, ohne das Haar zu beschweren. Wasserlösliche Silikone in Shampoos sind als Trideceth-12, Dimethicone Copolyo, Cetrimonium Chloride, Dimethicone copolyol, Hydrolyzed Wheat Protein, Hydroxypropyl, Polysiloxane oder Lauryl methicone copolyol deklariert. Wenn ihr ganz sichergehen wollt, verwendet am besten ein Shampoo, das komplett ohne Silikone auskommt.

Etwas anders sieht die Sache bei Gesichtscremes und Bodylotions aus. Sie enthalten Silikone, damit sich die Haut nach dem Cremen zart und geschmeidig anfühlt. Außerdem wirkt Silikon als optischer Falten-Filler. Kein Wunder also, dass es in sehr vielen Cremes enthalten ist. Aber wie schon gesagt, bildet Silikon einen Schutzfilm auf der Haut, der den Feuchtigkeitsverlust verhindert. Und unter diesem Film wird die Haut allerdings an ihrer natürlichen Funktionsweise gehindert. Schweiß und Talg können nicht ungehindert abfließen, was auf Dauer die Poren verstopft. Der Silikonfilm blockiert zudem die Aufnahme von Vitaminen und anderen Nährstoffen, die zusätzlich in der Creme enthalten sind. Besser ist also, wenn ihr bei Cremes und Lotions auf silikonfreie Produkte zurückgreift oder gleich Naturkosmetik verwendet, die per Definition keine chemischen Stoffe enthalten darf. Wenn ihr trotzdem nicht auf silikonhaltige Pflege verzichten wollt, sollte das Silikon in den unteren zwei Dritteln der INCI-Liste deklariert sein.

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